Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Soll eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden, dann müssen Sie mit zahlreichen Gesundheitsfragen rechnen. Ohne diese Gesundheitsfragen, die Sie ehrlich beantworten müssen, wird die Versicherung den Antrag nicht annehmen. Auf Basis der Angaben zu den Gesundheitsfragen bewertet sich Risiko berufsunfähig zu werden und damit auch die Höhe der Beiträge. Zudem entscheiden die Angaben zu den Gesundheitsfragen darüber, ob bestimmte Erkrankungen aus dem Versicherungsvertrag ausgeschlossen oder mit höheren Tarifen aufgenommen werden.

Mit diesen Fragen zur Gesundheit ist zu rechnen

Die Fragen zum derzeitigen und früheren Gesundheitszustand sind sehr unterschiedlich. In jedem Fall wird nach erblich bedingten Krankheiten gefragt, ebenso nach chronischen Krankheiten. Es wird oftmals nach bisher verschriebenen Medikamenten gefragt, ebenso nach Operationen.

Ein besonderes Augenmerk legt die Berufsunfähigkeitsversicherung dabei auf Vorerkrankungen. Darunter zu verstehen sind alle Krankheiten, wegen denen Sie bereits einmal behandelt wurden. So müssen Sie beispielsweise angeben, ob Sie in den letzten Jahren Beschwerden im Bereich Herz, Kreislauf oder Gefäße, Probleme mit den Atmungsorganen sowie Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Galle und Leber hatten. Abgefragt werden auch Erkrankungen der Unterleibsorgane, Stoffwechsel- oder Hormonhaushaltserkrankungen, Blut- oder Tumorerkrankungen sowie Erkrankungen im Bereich Gehirn, Rückenmark oder Nervensystem. Beantwortet werden müssen auch Fragen ob psychische Erkrankungen vorlagen oder es Probleme mit Bändern, Sehnen, Muskeln, Knochen, Gelenken oder der Wirbelsäule gab. Ferner wird oftmals auch nach Infektionen, Verletzungen durch Unfälle, Abhängigkeiten (Drogen, Alkohol) und Allergien gefragt.

Auch sog. Bagatellerkrankungen, zu denen z.B. ein grippaler Infekt gehört, sollten mit angegeben werden. In der Vergangenheit gab es immer wieder gerichtliche Auseinandersetzungen mit Versicherern, da Vorerkrankungen vom Versicherungsnehmer nicht angegeben wurde und die Versicherer damit nicht in der Leistungspflicht stehen (siehe auch Leistungsverweigerung). Daher ist es sehr wichtig alle Erkrankungen anzugeben, damit die Versicherung im Fall der Fälle auch die finanzielle Unterstützung leistet.

Meist halten Versicherer einen Fragebogen für die Gesundheitsfragen bereit, der nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet werden muss. Es gibt auch zahlreiche Versicherer, die ärztliche Atteste verlangen und so auf Nummer sicher gehen.

Ehrlich währt am längsten

Das gilt nicht nur für das Leben, sondern ganz besonders für die Gesundheitsfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn Sie die Erkrankungen falsch einschätzen, tragen Sie selbst das Risiko, dass die Versicherung nicht zahlt.

Fehlerhafte Angaben oder gar falsche Angaben über den Gesundheitsstand lohnen sich in der Berufsunfähigkeitsversicherung niemals. Der Versicherer wird im Leistungsfall die Krankenakten ganz genau unter die Lupe nehmen und hat dabei ärztlichen Beistand. Differenzen zwischen den Angaben und den ärztlichen Unterlagen werden daher sofort aufgedeckt. Stellt sich später heraus, dass der Versicherungsnehmer bei der Gesundheitsprüfung gelogen hat, entfällt der Versicherungsschutz zu 100 Prozent.

Das ist sogar dann der Fall, wenn der Versicherungsnehmer gar nicht durch die Krankheit, die verschwiegen wurde, berufsunfähig geworden ist, sondern durch eine später aufgetretene Erkrankung.

Tipp der Redaktion: Wer sich mit der Beantwortung der Gesundheitsfragen unsicher ist, der kann auch seinen Hausarzt hinzuziehen und mit ihm gemeinsam die Fragen beantworten.